Pressemitteilung zur Europaschule: Der Kampf hat sich gelohnt - Gelände am Ratsweg bleibt
Fast vier Jahre lang haben die Pläne für eine Europäische Schule am Ratsweg in den Frankfurter Stadtteilen Bornheim und Riederwald für massive Diskussionen und Verunsicherung gesorgt. Nun steht fest: Das Projekt ist vom Tisch. Für viele Bürgerinnen und Bürger, Schausteller der Frankfurter Dippemess sowie Kleingärtner ist dies ein Erfolg eines langen politischen Kampfes.
Ursprünglich war das Gelände am Ratsweg während der Amtszeit von Mike Josef als Baudezernent und Peter Feldmann als Oberbürgermeister in den Fokus der Planungen gerückt. Unter Bildungsdezernentin Sylvia Weber wurden die Pläne weiterverfolgt – trotz wachsender Kritik aus der Bevölkerung. Viele Anwohner warnten früh vor den Folgen: täglich bis zu 3.000 Schülerinnen und Schüler, die durch Bornheim transportiert werden müssten, ein drastisch erhöhtes Verkehrsaufkommen und die drohende Vernichtung wertvoller Kleingartenflächen und Natur.
Jetzt kommt die überraschende Wende: Die Europäische Schule soll stattdessen im ehemaligen Gebäude der Deutsche Bundesbank untergebracht werden. Erst Anfang dieser Woche hatte die Bundesbank mitgeteilt, nicht an diesen Standort zurückzukehren – damit wurde kurzfristig eine neue Option für die Stadt frei.
Für viele Kritiker ist klar: Der jahrelange Widerstand hat sich ausgezahlt.
Der Stadtverordnete Thomas Bäppler-Wolf hatte sich bereits während seiner Zeit in der Frankfurter SPD entschieden gegen den Standort Ratsweg ausgesprochen. Auch Christine Iscen von der Wählergemeinschaft DieFrankfurter sieht die Entscheidung als Bestätigung ihrer Arbeit. Gemeinsam mit Angelika Kummer und Turgut Iscen hatte sie in den vergangenen Jahren in zahlreichen Ausschusssitzungen im Frankfurter Römer konsequent gegen das Projekt gestimmt.
„Vier Jahre lang wurden die Menschen in Bornheim und Riederwald im Unklaren gelassen. Jetzt zeigt sich: Der Widerstand der Bürgerinnen und Bürger war berechtigt“, erklärt die Wählergemeinschaft. Kritik richtet sich weiterhin an Bildungsdezernentin Sylvia Weber, deren Planung aus Sicht der Kritiker zu lange für große Unsicherheit in den betroffenen Stadtteilen gesorgt habe.
Der Zeitpunkt der Entscheidung sorgt zusätzlich für politische Brisanz: Nur wenige Tage vor der Wahl zum Frankfurter Stadtparlament am kommenden Sonntag wird eines der umstrittensten Projekte der vergangenen Jahre plötzlich beendet. Hat der Sozialdemokratische Präsident der Bundesbank, Joachim Nagel, der Frankfurter SPD und dem OB noch schnell ein Wahlgeschenk bereitet? “Honi soit qui mal y pense”
Für viele Wählerinnen und Wähler dürfte die Frage im Raum stehen, wer in den vergangenen Jahren tatsächlich an der Seite der Bürger gestanden hat.
Fest steht für die Kritiker: Der Ratsweg bleibt Festplatz – und damit auch Heimat der traditionsreichen Frankfurter Dippemess.
DieFrankfurter
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